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Halfmann: „Der FC gehört zur nationalen Spitze“
Youth-League-Highlights, spannende Meisterschaftsspiele und die Umstrukturierung des Kinderfußballs. Die Akademie des 1. FC Köln blickt auf eine ereignisreiche Saison zurück. Im Interview mit fc.de fällt Markus Halfmann, Bereichsleiter Nachwuchsfußballer, ein Saisonfazit und verrät das Rezept hinter den Erfolgen der letzten Jahre.
Markus, U19-Cheftrainer Stefan Ruthenbeck hat am Sonntag nach dem Finale gesagt, dass er sehr stolz auf die Saison der gesamten Akademie ist. Wie fällt Dein Fazit aus?
Markus Halfmann: Es ist unheimlich viel passiert. Hinter mir hängt ein Bild vom Youth-League-Heimspiel gegen Inter Mailand, was natürlich ein krasses Ereignis war. Das werden wir als gesamter Club so schnell nicht vergessen. Die U19 stand im Pokal-Halbfinale und im Meisterschaftsfinale. Die U17 ist weit gekommen und im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft unglücklich im Elfmeterschießen ausgeschieden. Insgesamt haben wir mit der U19 und U17 in den Meisterschaftsspielen noch nie so häufig gewonnen wie in dieser Saison. Viele Spieler haben sich in der letzten Saison super entwickelt.
Wie sieht es bei den jüngeren Teams aus?
Das zieht sich durch die ganze Akademie. Ich erlebe unsere Mitarbeiter sehr akribisch. Das geht ganz unten los, wo wir mit unserem Partnervereinsmodell gestartet sind. Dort organisieren wir heimatnah und an der Basis mit vier Partnervereinen eine sehr gute Ausbildung für Kinder. Dafür, dass wir das zum ersten Mal gemacht haben, ist das herausragend gelaufen. In allen unseren Mannschaften sehe ich ganz viele exzellente Fußballer.
Habt Ihr Euch durch die Erfolge in den letzten Jahren auf ein neues Level gehoben?
Das muss man eigentlich jede Saison aufs Neue bewerten, da im Nachwuchsbereich jedes Jahr so viel passiert. Ich glaube, dass wir in den unteren Altersklassen, sehr gute Arbeit leisten und starke Spieler ausbilden. Das führt dazu, dass wir in den Leistungsteams häufig gut aufgestellt sind. Und auch dort machen unsere Trainer einen super Job. Ob man am Ende auch einen Titel gewinnt, hat dann aber oft auch mit Glück zu tun.

Wo siehst Du den FC aktuell im NLZ-Vergleich?
Definitiv unter den Besten in Deutschland. Wir können uns anschauen, wie oft wir in den letzten Jahren mit der U17 und U19 in der Meisterschaft weit gekommen sind, wie viele Jugendspieler bei den Profis debütiert haben oder auch bei anderen Teams im Profifußball spielen. Jonas Urbig, Florian Wirtz und Yann Aurel Bisseck sind da sicher die prominentesten Beispiele und mittlerweile international bekannt. Wenn man sich das alles anschaut, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der FC zur nationalen Spitze gehört. Das ist auch unser Anspruch, in allen Altersklassen.
Was hat Dir an der U19-Mannschaft in den vergangenen Monaten am meisten imponiert?
Die Konstanz. Auch in Partien, in denen viel auf dem Spiel stand, haben die Jungs gute Leistungen abgerufen. Diese Souveränität hat sich über die letzten beiden Jahre entwickelt. Das ist im Jugendbereich keineswegs selbstverständlich. Die Jungs haben eine Siegermentalität ausgestrahlt, waren dabei aber immer fokussiert. Das führt am Ende dahin, dass man lauter Highlight-Momente sammeln kann und auch individuell viele gute Entwicklungen stattfinden.
Ein Highlight war definitiv das Spiel gegen Inter. Gab es viele Rückmeldungen anderer Clubs auf das ausverkaufte Youth-League-Spiel?
Die Erfolge aus dieser und der letzten Saison haben definitiv für Aufmerksamkeit gesorgt. Darauf wurden wir oft angesprochen. Der Support war der Wahnsinn. Auch im Finale in Hoffenheim hatten wir eigentlich ein Heimspiel. Sehr viele FC-Fans haben den zweieinhalbstündigen Weg auf sich genommen, um uns wieder zu unterstützen. Übrigens waren darunter auch viele Mitarbeiter und Akademie-Mannschaften. Diesen Rückhalt gibt es nur in wenigen Vereinen. Das haben auch die Spieler gemerkt. Das ist besonders und eine gute Werbung für unseren Club.

In der Youth League gibt es nur einen leistungsbezogenen Startplatz. Die anderen Plätze werden über das Abschneiden der Proficlubs bestimmt. Wie siehst Du das Modell?
Erstmal ist es schade, dass wir nicht noch eine Saison in der Youth League spielen können. Da sind wir in dieser Saison auf den Geschmack gekommen. Ich glaube, dass die Spieler durch die internationale Erfahrung besser werden. Der Modus ist so, wie er ist. Den gibt die UEFA vor.
Sorgt das auf Dauer nicht für Ungleichheit? Wie schafft man es, sich dort trotzdem durchzusetzen?
Auch im Jugendfußball spielen die finanziellen Möglichkeiten eine immer größere Rolle. Allerdings nicht so eine große, wie im Profifußball. Sonst wäre es beispielsweise in der U19 nicht möglich, dass wir als 1. FC Köln spielerisch überzeugend gegen den FC Bayern im Achtelfinale gewinnen. Wir sind ein riesiger Verein mit einer großen Emotionalität und Wucht. Es gibt viele Vereine, die mit Respekt und Ehrfurcht zu uns aufschauen. Im Jugendfußball gehören wir definitiv nicht zu den Kleinen.
Was hat Dich dieses Jahr besonders stolz gemacht?
Ich bin stolz darauf, wie viel Überzeugung und Hingabe unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag in die Arbeit stecken und damit so viel Energie in die Entwicklung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen investieren. Über allem steht, dass drei Akademiespieler in dieser Saison bei den Profis debütiert haben. Fynn Schenten spielt seit der U8 und Youssoupha Niang seit der U14 bei uns, deshalb gibt es ganz viele Trainer auf unserem Flur, die sich erinnern, als die Jungs noch klein waren. Auf die Momente, wenn ein Eigengewächs bei den Profis debütiert, sind wir besonders stolz. Es führt jedem einzelnen vor Augen, wie wichtig sein Beitrag ist.
