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Klaus Fischer adelt Ache-Tor: „Perfekt“

23.2.2026

Er ist als „Mister Fallrückzieher“ in die deutsche Fußball-Geschichte eingegangen. Insgesamt vier Fallrückzieher-Tore hat Klaus Fischer in seiner Laufbahn erzielt, darunter am 16. November 1977 im Länderspiel für Deutschland gegen die Schweiz das Tor des Jahrhunderts. Im Interview spricht der ehemalige Stürmer, der von 1981 bis 1984 für den 1. FC Köln stürmte, über das Traumtor von Ragnar Ache am vergangenen Wochenende.

Herr Fischer, Sie können sich wahrscheinlich vorstellen, warum wir anrufen.

Klaus Fischer: Ich habe eine Idee, ja (lacht).

Es geht um den Fallrückzieher von Ragnar Ache am Samstag. Wie haben Sie das Traumtor gesehen?

Ich habe das Spiel zwar nicht live verfolgt, aber Ausschnitte und natürlich das Tor gesehen. Ich muss sagen: ein super Tor. Fallrückzieher sind immer schöne Tore.

Ist es sogar die schönste Art, ein Tor zu erzielen?

Ich glaube schon, denn man sieht es nicht alle Tage. Fernschüsse in den Winkel siehst du des Öfteren. Fallrückzieher sind selten und deshalb besondere Tore. Deshalb hat der Treffer sicher große Chancen, Tor des Monats und Tor des Jahres zu werden.

War Aches Tor ein perfekter Fallrückzieher?

Das war eine perfekte Ausführung, ja.

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Was macht einen perfekten Fallrückzieher aus?

Man muss den Ball perfekt in der richtigen Höhe treffen und der Ball muss auch in den Winkel gehen. Beides ist bei Aches Tor der Fall, das machte den Ball für den Torhüter unhaltbar.

Gehört zu solchen Toren auch ganz viel Intuition, die man als Stürmer einfach haben muss?

Ja, diese Situationen kannst du nicht planen. Du gehst – vor allem als Mittelstürmer – in ein Spiel, um Tore zu machen. Ich habe Ache schon öfter gesehen, in Kaiserslautern, in Köln. Er ist ein guter Stürmer. Und gute Mittelstürmer brauchen gute Bälle von außen. Wenn der Ball so kommt, wie er in dieser Situation gekommen ist, blieb ihm nichts anderes über. Das ist dann die Intuition eines Stürmers.

Sie haben in Ihrer Karriere insgesamt vier Fallrückzieher-Tore erzielt. Haben Sie das besonders trainiert?

Nein, ich habe das nie geübt. Die Situationen haben sich so ergeben und dann kommt der plötzliche Einfall. Wenn es nicht gelingt, ist es schnell vergessen. Aber klappt es, dann ist es ein toller Moment.

Einer Ihrer Fallrückzieher-Treffer wurde zum Tor des Jahrhunderts gewählt. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Es war im Länderspiel gegen die Schweiz und natürlich kann ich mich gut daran erinnern. Tor des Monats, Tor des Jahres, Tor des Jahrhunderts - diese Auszeichnungen für die Tore werden dann von den Fans gewählt.

Haben Sie im Moment des Tores schon geahnt, welch ein besonderer Treffer Ihnen da gelungen ist?

Dass es ein besonderes Tor ist, war mir in dem Moment klar. Die Flanke kam super und ich habe den Ball optimal getroffen.

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Zurück zu Ragnar Ache: Wie sehen Sie ihn als Stürmertyp?

Er ist ein gefährlicher Mann. Er ist fußballerisch gut, er ist gut in der Bewegung, er ist sehr gut im Kopfball. Er ist ein toller Stürmer, da kann man dem 1. FC Köln nur gratulieren, dass sie ihn geholt haben.

Hat sich das Spiel eines Stürmers in der Bundesliga im Vergleich zu Ihrer aktiven Zeit verändert?

Nein, das hat sich nicht verändert. Das Tor steht immer noch da, wo es zu unserer Zeit stand. Ein Mittelstürmer braucht genauso Flanken wie damals, um Tore zu machen.

Verfolgen Sie das Geschehen beim FC heute noch?

Klar. Alle Vereine, bei denen ich gespielt habe, verfolge ich besonders. Von 1860 München, wo ich angefangen habe, über Köln bis zu Schalke und Bochum.

Wie geht es Ihnen heute?

Ich kann mich nicht beklagen. Ich bin dem Fußball nach wie vor eng verbunden, bin bei jedem Heimspiel von Schalke 04 und Repräsentant des Vereins. Ich verfolge die Bundesliga intensiv, bin – das kann man sicher so sagen – ein Kind der Bundesliga, in der ich von 1968 bis 1988 gespielt habe.