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Laura Vogt: Vom eigenen Stall ins Rampenlicht

25.3.2026

Laura Vogt ist ein kölsches Eigengewächs. Von der U13 an durchlief sie alle Mannschaften der Juniorinnen, schaffte den Sprung zu den Profis und ist mittlerweile feste Stammspielerin im Team der FC-Frauen – und möchte auch abseits des Fußballs hoch hinaus.

Das Rampenlicht, das ihr zusteht, meidet sie meist, oder muss sich noch daran gewöhnen. „Ich empfinde es einerseits als Kompliment, wenn ich sehe, dass fußballbegeisterte Mädchen Trikots mit meinem Namen tragen und mich als Vorbild sehen. Es ist auch süß, wenn ich von den Mädels nach unseren Spielen nach Autogrammen gefragt werde“, sagt Laura Vogt. „Andererseits denke ich mir dann, ich spiele ja nur Fußball – genau wie ihr auch.“

Dabei träumen viele fußballbegeisterte Mädchen von dem Karriereweg, den Laura Vogt eingeschlagen hat: Aus der eigenen Akademie in die Bundesliga. Dabei hatte sie anfangs den Traum von der ganz großen Fußballbühne noch gar nicht, der kam erst mit der Zeit. Vogt wuchs in Troisdorf auf. Ihre Eltern hatten einen Garten, in dem Fußball gespielt wurde und in dem es auch Hühner und Kaninchen gab, um die sie sich immer kümmerte. Mit fünf Jahren wurde der 1. FC Spich ihr erster Verein, dort kickte sie zunächst mit den Jungs. „Das hat damals für mich keine große Rolle gespielt. Ich hatte einfach Spaß am Fußball. Im Nachhinein würde ich aber sagen, dass mir das ganz gutgetan hat. Ich habe damals gelernt, mich auf dem Platz auch gegen Jungs durchzusetzen.

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Vogt wurde besser und besser, bis sie von Dombel Joao, einem ehemaligen FC-Trainer entdeckt und dem FC empfohlen wurde. Mit zwölf Jahren wurde sie FC-Spielerin. „Das war schon damals etwas ganz Besonderes für mich zum FC zu wechseln“, erinnert sich Vogt. Mit der U17 stand Vogt im Jahr 2018 im Finale um die Deutsche Meisterschaft, in der Saison 2021/22 stieg sie mit der U20 in die 2. Bundesliga auf und in der Saison 2018/19 war sie schon Teil der ersten Mannschaft, die in die Bundesliga aufstieg. In der Spielzeit 2022/23 unterschrieb Vogt ihren ersten Profivertrag beim 1. FC Köln und verlängerte ihren aktuellen Vertrag im vergangenen Februar frühzeitig bis zum Sommer 2028.

„Besondere Erinnerung“: Vogt vor ihrem dritten Highlightspiel

Über 60 Bundesligaspiele hat die 24-Jährige bereits bestritten. Ein ganz besonderes Highlight wartet auf Laura Vogt und ihre Mannschaft am 2. Mai. Dann betreten die Kölsche Mädche wieder die ganz große Bühne und empfangen den SV Werder Bremen im RheinEnergieSTADION. „Ich habe mir früher gar nicht erträumen lassen, dass ich mal vor über 30.000 Fans spielen würde. Das ist wirklich kaum zu fassen“, sagt Vogt. Beim ersten Highlightspiel 2023 gegen Eintracht Frankfurt mit dem damaligen Rekord von 38.365 Fans bei einem Frauen-Bundesligaspiel stand sie noch nicht im Kader. „Mein erstes Highlightspiel zu Hause war ein Jahr später gegen Werder Bremen“, erzählt sie. „Das habe ich natürlich noch besonders in Erinnerung. Das Einlaufen in dem Stadion, die Hymne, die Stimmung und wie laut es jedes Mal wurde, wenn wir in der gegnerischen Hälfte waren, das war unglaublich. Dass wir das Spiel am Ende mit 2:1 gewonnen haben, hat den ganzen Tag perfekt gemacht.“

Beim Highlightspiel gegen den FC Bayern München im vergangenen Jahr war Vogt ebenfalls dabei und auch in dieser Saison hofft sie gegen Werder wieder auf eine riesige Kulisse. „Ich habe bestimmt schon 50 Kartenanfragen von Freunden erhalten“, sagt Vogt lachend. „Die Unterstützung im Stadion pusht uns richtig. Ich hoffe, dass wieder ganz viele Fans kommen werden, den Tag zu einem besonderen Erlebnis machen und wir uns wieder mit einem Sieg für die Unterstützung bedanken können.“

Vogt scheut im defensiven Mittelfeld keinen Zweikampf. Die Energie für ihre intensive Spielweise tankt sie abseits des Fußballs in der Natur oder im Umgang mit Tieren. „Meine schönsten Urlaube als Kind waren immer die auf dem Bauernhof. Wenn wir in einer Ferienwohnung auf dem Bauernhof waren, bin ich schon morgens mit in den Stall gegangen und habe geholfen, die Kühe zu melken“, erzählt Vogt.

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Traum vom eigenen kleinen Hof

Die besondere Verbindung zu Hoftieren ist geblieben, im vergangenen Monat besuchte Vogt den Gertrudenhof in Hürth. Im Erlebnishof mit Bauernmarktgelände findet man Hühner, Kühe, Esel, Ziegen, Kaninchen und sogar Alpakas. Die Mittelfeldspielerin durfte im Gehege die Tiere streicheln und füttern. „Irgendwann würde ich gerne auch einen kleinen Hof besitzen wollen, aber dafür muss man natürlich Zeit haben“, sagt Vogt.

Ihr Fokus liegt dementsprechend erst einmal auf einer erfolgreichen Spielzeit mit den FC-Frauen. „Wir waren etwas holprig in unsere Saison gestartet. Wir hatten trotz guter Leistungen die ersten drei Spiele verloren. Wir haben uns aber dadurch nicht von unserem Weg abbringen lassen und haben weiter an uns geglaubt“, erklärt Vogt. Der Erfolg stellte sich ein, anschließend folgten zwei Ligasiege und ein Pokal erfolg. „Wir haben in dieser Saison gute Neuzugänge hinzubekommen, die Arbeit mit dem Trainer-Team ist noch professioneller geworden und wir profitieren von den Erfahrungen der vergangenen Bundesligajahre. Wir haben in unseren Spielen einen klaren Plan und es gelingt uns in dieser Saison zu zeigen, was wir als Mannschaft für eine Einheit auf und neben dem Platz sind.“ Zudem steht das Team von Cheftrainerin Britta Carlson aktuell im gesicherten Mittelfeld der Tabelle, ohne die Abstiegssorgen der vergangenen Jahre. „Dadurch können wir etwas befreiter aufspielen und haben in dieser Spielzeit schon ordentlich gepunktet“, sagt Vogt. „Wir haben aber noch viel vor. Wir möchten als Team weiter wachsen, um in Zukunft auch die Spiele gegen Top-Gegner in der Liga zu gewinnen.“

Vogt möchte hoch hinaus, auch neben dem Fußball in der spielfreien Zeit. „Ich liebe die Berge. Dort kann ich am besten abschalten und mich erholen.“ Von langen, intensiven Wanderungen in den Bergen bis hin zum gesicherten Klettern in den Steilhängen kann sich Vogt für alles begeistern. „Die Leidenschaft habe ich von meinem Papa. Das Klettern macht mir so viel Spaß, weil man sich auf jeden Moment fokussieren muss. Jeder Schritt muss sitzen und man powert sich total aus, sodass man abends müde ins Bett fällt. Man ist in der Natur und wenn man den Gipfel erreicht, ist die Aussicht einfach traumhaft schön“, schwärmt Vogt. „Ich würde irgendwann gerne einmal den K2 besteigen, mit 8611 Metern den zweithöchsten Berg der Erde. Das würde ich aber nicht als Ziel, sondern eher als Traum einordnen.“ Zuvor soll es aber erst einmal fußballerisch zusammen mit ihrer Mannschaft weiter bergauf gehen – am liebsten in Form eines Highlightspiel-Sieges im großen RheinEnergieSTADION.

Dieser Text ist zuerst im GeißbockEcho (Ausgabe 3, Saison 2025/26) erschienen. Weitere Hintergrundstorys zum FC lest Ihr hier im geschlossenen Mitgliederbereich.