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Maina: „Das hätte ich in dem Moment nicht gedacht“

3.4.2025

Anfang März hat sich Linton Maina beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln beim Karlsruher SC eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Im Interview mit fc.de spricht der Offensivspieler über seine Reha, den Kontakt zur Mannschaft, das Duell gegen die Hertha und den Diversity-Spieltag am kommenden Samstag. 

Linton, wie geht es Dir nach Deiner Verletzung und wie ist Dein aktueller Stand? 

Linton Maina: Mir geht es gut. Ich bin eine Woche früher dran als geplant. Ich hoffe und denke, dass ich in den letzten Spielen noch zum Einsatz kommen kann. Der Heilungsprozess läuft bislang so, wie man es sich wünscht. 

Wusstest Du im Moment der Verletzung in Karlsruhe sofort, dass Du dadurch längere Zeit raus sein würdest? 

Ich habe sofort gemerkt, dass etwas nicht so ist, wie es sich normalerweise anfühlt und etwas gerissen ist. Ich dachte zunächst, ich könnte das Spiel noch durchhalten, habe dann aber relativ schnell gemerkt, dass es keinen Sinn mehr macht. Dass die Ausfallzeit so lange ist, hätte ich in dem Moment nicht gedacht.

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Wie sieht Dein Alltag aktuell aus? 

Viel Rehatraining, vor allem Krafttraining und Ausdauer. Mit den Behandlungen bin ich jeden Tag vier, fünf Stunden am Geißbockheim und probiere, nah an der Mannschaft zu sein. Da gelingt es mir ganz gut, den Anschluss nicht zu verlieren. Es wäre aber natürlich schöner, mit auf dem Platz stehen zu können. 

Wie versuchst Du, positiv Einfluss auf die Mannschaft zu nehmen? 

Ich bin froh, dass meine Trainingszeiten so sind, dass ich die Mannschaft eigentlich jeden Tag sehe. Ich probiere viel mit ihnen zu reden, auch mal einen Spaß zu machen und so normal wie möglich mit ihnen umzugehen. Ich bin am Spieltag im Stadion, wenn die Mannschaft ankommt, begleite sie bis zum Anpfiff und gehe dann erst hoch auf die Tribüne. 

Es gibt nie einen guten Zeitpunkt für Verletzungen. Ist es in dieser Saisonphase, in der es um alles geht, dennoch besonders bitter, zu fehlen? 

Ich habe darüber auch nachgedacht, ob es früher oder später besser gewesen wäre. Es gibt keinen guten Zeitpunkt für eine Verletzung, dieser war aber mit der blödeste, weil ich nur noch kurz mitwirken kann. Trotzdem versuche ich immer, das Positive zu sehen und bin froh, wie es aktuell läuft. Es spielen wieder andere Spieler wie beispielsweise Luca, der in Topform ist und uns mit sehr wichtigen Toren geholfen hat. 

Wie und wo fieberst Du an den Spieltagen mit? 

Ich war gegen Darmstadt tatsächlich das erste Mal als Zuschauer im RheinEnergieSTADION. Da musste ich mich erst einmal an die Abläufe gewöhnen und schauen, wo ich hinmuss (lacht). Im Stadion geht es noch, aber vor dem Fernseher war es gegen Ulm und Paderborn wirklich schlimm für mich. Da kann ich auch manchen Fan verstehen, dass er vor dem Fernseher emotional wird, das war bei mir nicht anders (lacht). Ich war froh, als es dann jeweils zu Ende war und wir gewonnen hatten. Schön fühlt es sich nicht an, wenn man nicht dabei sein kann. 

Du kannst auch am Samstagabend gegen die Hertha nicht mitwirken. Für Dich als Berliner dennoch ein besonderes Spiel? 

Nicht unbedingt. Es ist nicht mein erstes Spiel gegen Hertha. Klar ist es der Verein, bei dem ich früher im Stadion war und zugeguckt habe, bei dem ich früher einmal spielen wollte. Ich kenne auch nicht mehr so viele Jungs wie vor ein paar Jahren. Ich freue mich deshalb auf das Spiel, weil wir einen großen Schritt machen können. 

Warst Du als Kind Hertha-Fan? 

Ja. Ich hatte Poster an der Wand, war im Stadion, habe beim Training zugeguckt. Union war für mich ein bisschen zu weit weg, deshalb hatte ich mit dem Verein nicht so viel Berührungspunkte.

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Gegen Hertha BSC findet der Diversity-Spieltag statt. Du durftest dem FC-Fan Fabrice, der mit dem Down-Syndrom lebt, die Nachricht überbringen, dass er im Stadion die FC-Hymne auf seiner Panflöte spielen darf. Wie blickst Du auf diese Aktion voraus? 

Da ich ohnehin im Stadion sein werde, habe ich ihm versprochen, dass ich ein bisschen früher rauskommen werde, um es mir live im Stadion anzuschauen. Ich freue mich sehr darauf, er ist ein cooler Typ und ich bin gespannt, was er draufhat (schmunzelt). 

Wie wichtig ist es auch für Euch Spieler, dass der FC sich Vielfalt nicht nur durch Slogans auf die Fahne schreibt, sondern es durch Aktionen wie am Samstag auch mit Leben füllt? 

Das zeichnet den Verein aus. Auch in den vergangenen Jahren hat der Verein dafür gesorgt, dass es nicht nur Gerede oder ein Slogan ist, sondern man auch etwas dafür macht. Ich glaube, das kommt bei den Menschen auch ganz gut an und jeder fühlt sich mit dem FC wohl und identifiziert sich mit dem Verein, egal welchen Hintergrund er hat.