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Martel vor dem Derby: „Jeder kennt den Stellenwert“

17.3.2026

Es ist Derbywoche. Der 1. FC Köln empfängt am Samstag (15.30 Uhr) Borussia Mönchengladbach im RheinEnergieSTADION. Vor dem Derby spricht Mittelfeldspieler Eric Martel über die aktuelle Situation, die Brisanz des Duells und seine Derbyerfahrungen.

Eric, Du hattest am Samstagabend in Hamburg kurz vor Schluss die Chance auf den Siegtreffer, ein Hamburger war aber knapp vor Dir am Ball. Bist Du jemand, der damit noch etwas länger hadert?

Eric Martel: Ich muss sagen, dass ich auf dem Platz erst das Gefühl hatte, dass der Gegner nicht mehr dran war und ich den Ball selbst vorbei geköpft habe. Erst in der Wiederholung habe ich den Kontakt dann gesehen. Deshalb dachte ich im ersten Moment schon, dass ich eine große Torchance vergeben habe. Es wäre natürlich schön gewesen, hätten wir das Spiel gewonnen, so nehmen wir den Punkt mit.

Den Du mit etwas Abstand wie einordnest?

Wir hatten uns natürlich vorgenommen, drei Punkte zu holen. Das hätte uns vor allem mit Blick auf die Tabellensituation gutgetan. Wir waren auch die bessere und drückende Mannschaft, hatten das Spiel absolut unter Kontrolle und niemand hätte sich beschweren können, wenn wir gewonnen hätten. Aber letztlich ist es dennoch ein Punkt im Abstiegskampf, der uns immerhin einen Schritt nach vorne bringt.

Immer wieder wird darüber gesprochen, dass die Leistungen passen – doch die Ergebnisse fehlen ein Stück weit. Wie frustrierend ist das auch für Euch als Spieler?

Im Fußball ist es leider manchmal so, dass du etwas länger warten musst, bis du dich belohnst. Aber der Spirit und die Mentalität der Mannschaft sind weiter wirklich gut. Deshalb schütteln wir das ab und konzentrieren uns auf das nächste Spiel.

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Was fehlt aktuell, um die Spiele auf Eure Seite zu ziehen?

Vor dem Tor ist es ein Stück weit die Kaltschnäuzigkeit. Wir haben unsere Torchancen, machen sie aber nicht mehr so konsequent wie am Anfang der Saison. Ich bin mir aber sicher, dass das in den nächsten Spielen wieder kommt.

Damit sind wir schon beim Blick nach vorne. Es ist Derbywoche. Geht Ihr mit einem anderen Gefühl in eine solche Woche als vor einem „normalen“ Spiel?

Ja, das kann man definitiv sagen. Jeder bei uns weiß, wie hoch der Stellenwert dieses Spiel ist – für die Fans, für den Verein, für uns als Mannschaft. Es herrscht eine brutale Vorfreude auf das Derby. Es gibt nichts Schöneres, als ein Derby zu gewinnen. Es ist ein Spiel, das von außen zusätzlich befeuert wird und das macht auch etwas mit uns als Spieler.

Du kommst als Spielertyp über den Kampf und Emotionen. Liebst Du solche Spiele deshalb besonders?

Das sind Attribute, die ich auf jeden Fall mitbringe. Manchmal muss ich aufpassen, nicht zu überpacen und klar im Kopf zu bleiben. Derbys habe ich schon als Kind gerne im Fernsehen verfolgt, das waren immer besondere Spiele. Ich habe richtig Bock auf Samstag.

Du hast auch schon vier Wiener Derbys gespielt mit Austria gegen Rapid. Gibt es größere Unterschiede zum Rheinderby?

Derbys haben auf eine gewisse Weise ähnliche Vorzeichen. Man spürt schon beim Aufwärmen die Rivalität zwischen den Vereinen. Auf den Tribünen ist es da schon lauter als sonst. Du spürst, dass das Spiel für die Fans noch einmal wichtiger ist.

Wie nimmst Du als Spieler die Rivalität zu Gladbach wahr?

Wenn du hier am Geißbockheim durch die Flure läufst, bekommst du das natürlich mit und auch mal einen Spruch gedrückt. Man spürt diese Rivalität und merkt, dass der Name hier nicht so gerne ausgesprochen wird (lacht).

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Du standest bislang in vier Rheinderbys auf dem Platz, hast mit je einem Sieg und einer Niederlage sowie zwei Remis eine ausgeglichene Bilanz. Hast Du einen besonderen Derbymoment in Erinnerung?

Das Heimspiel, das wir gewonnen haben, auch wenn wir am Ende der Saison leider abgestiegen sind, war natürlich ein besonderes Spiel. Du hast von Anfang an die krasse Stimmung gemerkt und nach dem ersten Tor ist das Stadion explodiert. Das war bisher mein prägendster Derbymoment mit dem FC.

Macht es die Tabellenkonstellation mit beiden Teams im Abstiegskampf noch brisanter?

Das glaube ich nicht. Unabhängig von der Tabellenkonstellation ist die Brisanz schon enorm, weil beide Mannschaften unbedingt dieses Spiel gewinnen wollen.

Wie schätzt Du Gladbach sportlich ein?

Ich denke, das wird ein Spiel auf Augenhöhe, eine spannende Partie. Gladbach hat seine Qualitäten, wir aber genauso. Entscheidend wird sein, dass wir die Zweikämpfe annehmen und für uns entscheiden, und dass wir vor dem Tor unsere Chancen nutzen und eiskalt sind.

Welcher Faktor können die Fans im Heimspiel sein?

Ein riesiger Faktor. Wir brauchen die Fans, spüren die Unterstützung auf dem Platz. Das gibt uns einen zusätzlichen Push.