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Schwäbe: „Wir werden ihn unterstützen“
Eine Woche ist seit dem Trainerwechsel beim 1. FC Köln vergangen. Im Interview mit fc.de spricht Marvin Schwäbe über die vergangenen Tage, den neuen Cheftrainer René Wagner sowie seine Rolle als Kapitän.
Marvin, eine ereignisreiche Woche liegt hinter dem FC. Wie erlebt man einen Trainerwechsel als Spieler?
Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. In der Vergangenheit hat man davon auch mal über die Medien erfahren. Ich finde, Kess hat das sehr gut geregelt. Er hat uns am Sonntag eine Nachricht geschickt, dass René als Cheftrainer übernehmen wird. René ist schon länger bei uns, er kennt uns Spieler gut. Das gestaltet den Übergang sicher einfacher. Er weiß, wie wir ticken und wo er anzupacken hat.
René ist jung und erstmals als Cheftrainer in der Verantwortung. Kann das auch ein Vorteil sein?
Ob das Vorteile mit sich bringt, kann ich nicht beurteilen. Ich glaube aber, dass es nur positiv sein kann, dass er uns bereits gut kennt. Das wird uns helfen, gerade weil wir gut gespielt haben, aber zuletzt nicht die passenden Ergebnisse eingefahren haben. In den ersten Tagen als Cheftrainer hat René einen sehr unaufgeregten und kommunikativen Eindruck hinterlassen. Genau das brauchen wir gerade auf der Position.

Wo liegen seine Stärken? Was ist er für ein Typ?
Er bringt ein enormes Fußballverständnis mit, ansonsten wäre er nicht in dieser Position. Er ist ein unaufgeregter und positiver Charakter und weiß, dass er die volle Rückendeckung von uns hat. Wir werden ihn bei seiner ersten Station als Cheftrainer unterstützen. Da kann er sich voll auf uns verlassen.
👉 Vorgestellt: Das ist FC-Cheftrainer René Wagner
„Die Länderspielpause nutzen“, ist eine gängige Floskel. Woran kann man in der spielfreien Woche intensiver arbeiten, als es im Liga-Alltag der Fall ist?
Nach dem Trainerwechsel haben wir erstmal an den Dingen gearbeitet, auf die René im Vergleich zu vorher größerem Wert legt. Wir werden unsere Spielidee sicher nicht neu erfinden, es gibt aber einige Prinzipien, die sich unterscheiden. In der ersten Woche hat man ein paar mehr Videoeinheiten und Besprechungen, das sind normale Abläufe, die mit einem Trainerwechsel einhergehen.
Der Trainer sprach von Stellschrauben, die man drehen müsse. An was genau wird denn gerade geschraubt?
Das sind die berühmt-berüchtigten Stellschrauben (lacht). Die genau zu definieren, ist nicht immer einfach. Wir haben gute Spiele gezeigt, jetzt geht es darum, vor dem Tor effizienter zu sein. Im Übergangsspiel vor dem letzten Drittel hatten wir zuletzt ein paar Probleme. Dazu müssen wir die Grundtugenden, die der neue Trainer sehen will, umsetzen und aufs Spielfeld bringen.

Letzte Saison konntest Du sehr viele weiße Westen vorweisen. In dieser Spielzeit waren es bislang nur drei. Nagt das an einem Torhüter?
Klar, das nagt schon an einem Torhüter. Mir wäre es lieber, wenn dort zehn stehen würden. Aber als auch Aufsteiger ist einem auch bewusst, dass man weniger häufig zu Null spielt als Bayern oder der BVB. Das kann ich schon realistisch einordnen. Die Verteidigung ist auch eines der Themen, an denen wir gerade explizit arbeiten. Wir wollen hinten solider verteidigen.
Aufgrund von Verletzungen und Sperren musstet Ihr immer wieder Änderungen in der Defensive vornehmen. Wie schwierig ist das?
Man kennt sich zwar gut, aber es ist nochmal etwas anderes, wenn man jede Woche in einer anderen Konstellation zusammenspielen muss. Ob es Abstimmungen oder verschiedene Spielsituationen sind, wird es einfacher, wenn es ein gewisses Grundkonstrukt gibt. Das ging in dieser Saison aus den genannten Gründen nicht. Gerade im Herbst und Winter sind uns viele Spieler nacheinander weggebrochen. Das war nicht leicht.
Sind das die Momente, wo Du als Kapitän viel kommunizieren musst?
Als Torwart sehe ich die Situation schneller, das wird sofort an die Kollegen weitergegeben. Wir haben aber viele Jungs, die sehr kommunikativ sind. Damit können wir einiges wegarbeiten.

Ragy hat in der neuen Podcast-Folge erzählt, dass er auf Dich zugeht, wenn er das Gefühl hat, dass die Stimmung gerade gedämpft ist. In welchen Momenten ergreifst Du sonst noch das Wort in der Kabine?
Das ist gar nicht so oft nötig. Die Jungs sind sowohl charakterlich als auch disziplinarisch top. Natürlich gibt es ein, zwei Themen, wenn die Grundstimmung nicht so gut ist, dann rapple ich die Jungs wieder auf. Da ist Ragy tatsächlich schon auf mich zugekommen. Diese Situationen kommen allerdings nicht oft vor.
Was macht die Mannschaft aktuell für einen Eindruck auf Dich?
Seit ich beim FC bin, habe ich nie eine Mannschaft erlebt, die nicht zusammengepasst hat. Es kann natürlich nicht immer harmonisch sein, es muss auch mal ein bisschen Feuer geben. Wir sind aber nie charakterlich angeeckt. Das ist auch jetzt nicht der Fall. Wir passen super zusammen und lassen nichts aufeinander kommen.
Gehst Du deswegen auch mit einem positiven Gefühl in die letzten sieben Spiele?
Definitiv. Das wird uns tragen. Wir sind eine Einheit auf dem Platz. Ich würde mich jedes Mal vor die Mannschaft stellen, weil wir uns immer aufeinander verlassen konnten. Egal, wie das Spiel oder Ergebnis auch war. Der Zusammenhalt zeichnet uns aus und macht das ein oder andere Qualitätsdefizit gegenüber den Topmannschaften wett.
