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Hennes Weisweiler

Vom Mittelläufer zum Meister-Trainer

Hennes Weisweiler prägte als Spieler- und Spielertrainer die Anfangszeit des 1. FC Köln, dessen Mitbegründer er war. Dreißig Jahre später gelang ihm als Trainer mit dem Gewinn des „Double“ der bisher größte Erfolg der Clubhistorie.

Schon im KBC aktiv

Im FC-Vorläuferverein Kölner BC war Hans Weisweiler seit 1935 aktiv. Beim KBC feierte er im Gauligaderby gegen den VfL Köln 99 1937/38 seine Premiere in der ersten Mannschaft und zu dieser Zeit wurde aus „Hans“ auch der fortan omnipräsente „Hennes“. Claus Wirz, ein aus Koblenz stammender Mitspieler, verpasste Weisweiler, dem Dialekt seiner Heimat entsprechend, den sozusagen neuen Vornamen. Erste Fußball-Erfahrungen hatte er schon zuvor bei seinem Heimatverein VfB Lechenich gesammelt. Der Besuch der höheren Handelsschule brachte ihn in das nahegelegene Köln, wo Hennes Weisweiler 1938 das Abitur machte und anschließend eine Ausbildung zum Lebensmittel-Großhandelskaufmann absolvierte.

Start in der Leichtathletikabteilung

In Köln wurde er zunächst Mitglied der KBC-Leichtathletikabteilung, nur um kurze Zeit später wieder bei den Fußballern zu landen. Erst als Mittelstürmer eingesetzt, spielte Hennes Weisweiler später zumeist eine eher defensive Rolle. Ihn darauf zu limitieren, wäre allerdings nicht richtig, denn der von Kampf und Einsatzwillen geprägte Kraftfußballer konnte auf nahezu allen Positionen agieren. Während des zweiten Weltkriegs verschlug es ihn als Flaksoldat nach München, wo er beim FC Wacker München und in der Münchner Stadtauswahl zum Einsatz kam. Nach dem Krieg ging es 1945 in die Heimat zurück, die sportliche Laufbahn setzte sich in Lechenich und beim KBC fort. Nach der Fusion mit Sülz 07 am 13. Februar 1948 war Hennes Weisweiler nur zwei Tage später Teil der Mannschaft, die im ersten Spiel als 1. FC Köln mit 8:2 gegen Nippes 12 gewann. Schon früh strebte er auch den Trainerberuf an und war 1947 Teilnehmer beim ersten Trainerlehrgang an der Kölner Sporthochschule unter Dozent Sepp Herberger, den er 1948 mit der Note „Sehr gut“ abschloss. Beim FC löste er am 1. September 1948 Karl Flink ab und wurde Spielertrainer.

„De Boor“

Der wegen seiner ländlichen Herkunft von den Kölnern liebevoll „de Boor“ (=der Bauer) genannte Fußballlehrer feierte 1949 mit dem Oberligaaufstieg des 1. FC Köln seinen ersten großen Erfolg. Bis zum Ende der Saison 1951/52 blieb Hennes Weisweiler für den FC sportlich verantwortlich, ehe er zum Rheydter SV wechselte. Drei Jahre später folgte die zweite Amtszeit als FC-Trainer, die letztlich jedoch nicht den Erwartungen des Vorstandes entsprach. Nach Differenzen mit FC-Boss Franz Kremer zog es ihn noch im selben Jahr zum Lokalrivalen Viktoria Köln, wo er bis 1964 unter Vertrag stand. Borussia Mönchengladbach führte er von der Regionalliga bis in die deutsche und europäische Spitze. Mit den „Fohlen“ gewann der passionierte Skatspieler in elf Trainerjahren drei deutsche Meisterschaften, sowie je einmal den DFB-Pokal und den UEFA-Cup. Das anschließende Engagement beim FC Barcelona dauerte jedoch nur gut acht Monate. Wegen anhaltender Auseinandersetzungen mit Superstar Johan Cruyff trennte man sich nach Vertragsauflösung im Februar 1976.

Vertragsverhandlung auf Ibiza

Der 1. FC Köln nutzte die Chance und sicherte sich nach Verhandlungen in Präsident Peter Weiands Haus auf Ibiza Weisweilers Dienste, dessen dritte FC-Amtszeit damit perfekt war. Bei den FC-Fans löste die Weisweiler-Rückkehr große Euphorie aus. Über 10.000 Zuschauer verfolgten am 11. Juli 1976 das erste Training im FC-Sportpark. Schnell stellte sich der Erfolg ein: der DFB-Pokalsieg 1977 war der erste Titelgewinn des FC seit neun Jahren. Ein Jahr später dann der absolute Triumph: das Weisweiler-Team holte das „Double“, wurde deutscher Meister und DFB-Pokalsieger. In einem dramatischen Zweikampf setzte sich der FC ausgerechnet gegen Titelkonkurrent Borussia Mönchengladbach durch. Da war der langjährige FC-Kapitän und Weltmeister Wolfgang Overath schon nicht mehr dabei, der nach einem langen Machtkampf mit Hennes Weisweiler im Mai 1977 seine Karriere beendet hatte. 1979 erreichte Hennes Weisweiler mit dem FC das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister, verpasste mit viel Pech den Einzug ins Endspiel. Nach fast vier Jahren, die neben den frühen 1960er Jahren die erfolgreichsten der FC-Vereinsgeschichte waren, ging Hennes Weisweiler im April 1980, zweieinhalb Monate vor Vertragsende, zu Cosmos New York und wurde dort gemeinsam mit Franz Beckenbauer USA-Meister. Letzte Trainerstation war Grasshoppers Zürich, mit denen er ebenfalls das „Double“ gewann.

Ein Händchen für Talente – Probleme mit den „Stars“

Junge, talentierte Spieler zu entdecken und zu fördern war für Hennes Weisweiler stets eine Herzenssache. Mit den etablierten „Stars“ gab es hingegen häufiger Reibungspunkte, wie die Differenzen mit Günter Netzer zum Ende der Gladbacher Amtszeit, bzw. mit Johan Cruyff in Barcelona, mit Giorgio Chinaglia in New York oder Wolfgang Overath in Köln belegen. Hennes Weisweiler verkörperte unbedingten Siegeswillen. An sich und andere stellte er höchste Anforderungen, verabscheute Kompromisse. Der „Fußballprofessor“ konnte polarisieren, war ein Mensch mit Ecken und Kanten. „Andere hauen auf den Schwachen rum, ich packe mir die Köpfe“, lautete eine seiner Maximen. Den Fußballlehrer-Lehrgang der Deutschen Sporthochschule in Köln leitete er von 1957 bis 1970. Heute trägt die zentrale Ausbildungsstätte des DFB zum Erwerb der Fußballlehrerlizenz mit Sitz in Hennef den Namen „Hennes-Weisweiler-Akademie“. Hennes Weisweiler formte FC-Legenden wie Hans Schäfer und Jupp Röhrig zu Top-Spielern, förderte Talente wie Pierre Littbarski oder Bernd Schuster.

Trauerfeier im Kölner Dom

Hennes Weisweiler starb in den Morgenstunden des 5. Juli 1983 in seinem Haus im schweizerischen Aesch am Zürichsee an den Folgen eines Herzinfarktes. Die Trauerfeier in Köln glich einem Staatsbegräbnis, zu dem sich mehr als 20.000 Trauergäste im Kölner Dom versammelt hatten, darunter unzählige Prominente aus Sport, Politik, Kultur und öffentlichem Leben. Beigesetzt wurde Hennes Weisweiler jedoch in seinem Heimatort Erftstadt-Lechenich. Beim 1. FC Köln wird Hennes Weisweiler immer unvergessen bleiben, nicht nur wegen seiner großen Erfolge: das weltberühmte FC-Wappentier, der Geißbock „Hennes“, trägt seit dem 13. Februar 1950 seinen Namen.

Hans „Hennes“ Weisweiler

Geboren: 05.12.1919 in Lechenich (heute: Erftstadt-Lechenich)

Verstorben: 05.07.1983 in Aesch ZH (Schweiz)

Position: Variabel einsetzbar, gelernter Mittelstürmer, später zumeist in der Abwehr als Mittelläufer aktiv

Spitznamen: „Hennes“ (Dialektversion von „Hans“), „Fußballprofessor“ (verpasst von „Tschik“ Cajkovski), „de Boor“ (Kölsch für „der Bauer“), „Don Hennes“ (während seiner Zeit beim FC Barcelona)

FC-Trikotnummer: 5

FC-Pflichtspiele: 100

Tore: 9

FC-Freundschaftsspiele: 64

Tore: 8

Total

Spiele: 164

Tore: 17

Erfolge beim 1. FC Köln

Als Spieler

Mittelrheinmeister 1949/Aufstieg in die Oberliga West

Als Trainer

Deutscher Meister 1978

DFB-Pokal-Sieger 1977, 1978

Westdeutscher Pokal-Finalist 1958

Westdeutscher Vizemeister 1958

DFB-Pokal-Finalist 1980

Laufbahn als Spieler

1928-1934 VfB Lechenich (Jugend)

1935-1937 Kölner BC (Jugend)

1937-1942 Kölner BC

1942-1945 FC Wacker München

1945-1946 VfB Lechenich (Spielertrainer)

1946-1948 Kölner BC

2/1948-8/1948 1. FC Köln

9/1948-6/1952 1. FC Köln (Spielertrainer)

Laufbahn als Trainer

1945-1946 VfB Lechenich (Spielertrainer)

1946-1948 VfB Lechenich

9/1948-6/1952 1. FC Köln (Spielertrainer)

7/1952-6/1954 Rheydter Spielverein

7/1954-6/1955 Assistenztrainer Deutsche A-Nationalmannschaft (betätigte sich auch zuvor schon gelegentlich als „Herberger-Assistent“)

7/1955-6/1958 1. FC Köln

7/1958-6/1964 SC Viktoria 04 Köln

7/1964-6/1975 Borussia Mönchengladbach

7/1975-2/1976 FC Barcelona (Spanien)

01.07.1976-15.04.1980 1. FC Köln

7/1980-6/1982 New York Cosmos (USA)

7/1982-7/1983 Grasshopper Club Zürich (Schweiz)

Erfolge

Deutscher Meister 1970, 1971, 1975

DFB-Pokal-Sieger 1973

UEFA-Cup-Sieger 1975

USA-Meister 1982

Schweizer Meister 1983

Schweizer Pokalsieger 1983

Deutscher Vizemeister 1974

Meister Regionalliga West 1965

Meister Nordamerikanische Profiliga (NASL) 1982

Meister NASL Eastern Division/National Conference 1981, 1982

Vizemeister NASL 1981

Sieger NASL Eastern Division 1981, 1982

Spanischer Vizemeister 1976

UEFA-Cup-Finalist 1973

DFB-Ligapokal-Finalist 1973

Trans-Atlantic-Cup Finalist 1981, 1982

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