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Karl-Heinz Schnellinger

Ausgerechnet Schnellinger

Mit dem FC wurde er unter anderem deutscher Meister und Deutschlands Fußballer des Jahres. Er nahm an vier Weltmeisterschaften teil und gewann mit dem AC Mailand nahezu alle Trophäen, die man mit einem Club seinerzeit gewinnen konnte. Eine Legende beim FC und bei Milan…

Vom Straßenfußballer zum Weltklasseverteidiger – so lässt sich die sportliche Vita von Karl-Heinz Schnellinger kurz und treffend beschreiben. In seiner Heimatstadt Düren widmete er sich als Kind in jeder freien Minute dem Fußball und schloss sich erst als 12-jähriger der SG Düren 99 an. Bei den „99ern“ wurde das Ausnahmetalent rasch zur herausragenden Persönlichkeit, es folgten Berufungen in die Auswahl des Mittelrheins, Westdeutschlands und der Juniorennationalmannschaft. Schon während der Jugend zum Verteidiger ausgebildet, wollte er jedoch nie „nur“ Verteidiger sein und interpretierte seine Rolle überaus offensiv, vielseitig und avantgardistisch.

Nationalspieler mit 19

Noch als Mitglied von Düren 99 wurde Karl-Heinz Schnellinger zum A-Nationalspieler und debütierte als 19-jähriger in Bundestrainer Herbergers Elf, rechtzeitig um bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden dabei zu sein - damals eine Sensation. „Ein Oberschüler in der Nationalelf“ titelte eine Zeitung. Im Umfeld der WM knüpfte FC-Präsident Franz Kremer erste Kontakte zu ihm, FC-Schatzmeister Richard Pelzer brachte schließlich die Verpflichtung zur Saison 1958/59 unter Dach und Fach. Schon in Düren besaß er internationales Format, doch beim FC formte man ihn zum Weltklassespieler, der alle Facetten des Spiels meisterlich beherrschte. Fairer Kampf, überragende, beidfüßige Technik und perfektes Stellungs- und Kopfballspiel gehörten ebenso zu seinem Repertoire, wie offensive Qualitäten im Spielaufbau. Kaum ein Akteur der damaligen Zeit beherrschte das Sliding Tackling so perfekt, wie Schnellinger. So wurde er nicht nur beim FC, sondern auch in der Nationalmannschaft zum Leistungsträger.

Ausgleichstor zum „Jahrhundertspiel“

Nach 1958 nahm Karl-Heinz Schnellinger an drei weiteren Weltmeisterschaften teil und erzielte 1970 sein einziges Tor für Deutschland. Dieses Ausgleichstor kurz vor Spielschluss im WM-Halbfinale gegen Italien ermöglichte erst das „Jahrhundertspiel“, das nach Verlängerung höchstdramatisch 4:3 für Italien endete. Fernsehkommentator Ernst Huberty kreierte nach dem Last-Minute-Ausgleich den Ausspruch „Ausgerechnet Schnellinger“, da Schnellinger zu dieser Zeit in Italien beim AC Mailand engagiert war. Die Wortwahl konnte „Carlo il Biondo“ (Carlo, der Blonde), wie er in Italien genannt wurde, nicht völlig nachvollziehen: „Ja nun, ausgerechnet. Ich finde da zeigt einfach meinen Charakter. Das zeigt, dass ich überall, wo ich gespielt habe, das Maximum gegeben habe. Egal wer der Gegner war.“ In Köln, wo man ihm wegen seiner rotblonden Haare den Spitznamen „der Fuss“ verpasste, wohnte Schnellinger zusammen mit seiner Ehefrau im Haus von Präsident Franz Kremer und arbeitete zusätzlich in der Geschenk- und Werbeartikelfirma des „Boss.“ Kremers Ehefrau Liselotte ist zudem Patin von Schnellingers Tochter Birgit. Seine Zeit beim FC krönte er mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 1962 und der anschließenden Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres. Bereits 1962 lagen dem FC zahlreiche Angebote anderer Clubs für den Nationalspieler vor. Doch Schnellinger wollte (noch) nicht wechseln.

Rekordwechsel nach Italien

Ein Jahr später verließ er dennoch die Domstadt. „Eines Tages kam Franz Kremer auf mich zu und sagte: ‚Die Römer wollen Dich haben. Die bieten so viel Geld, so viel kannst Du hier nie verdienen.‘ Damals gab es ja nur 400 Mark im Monat. Und dann bin ich also auf sein Anraten hin gegangen.“ Die für damalige Verhältnisse unglaubliche Ablöse von 1,120 Millionen D-Mark zahlte der AS Rom für den Publikumsliebling. Der „Dürener Jung“ wurde auch in Italien zum Superstar. Zunächst von Rom an den AC Mantova ausgeliehen, fand er ab 1965 beim AC Mailand seine sportliche und private Heimat. Innerhalb von neun Jahren holte Schnellinger mit „Milan“ außer dem UEFA-Cup sämtliche Trophäen die ein Vereinsspieler gewinnen konnte, beispielsweise den Pokal der Landesmeister und den Weltpokal, die er beide als erster deutscher Spieler überhaupt gewann.

Zum Abschiedsspiel von Stanley Matthews

Wie hoch sein internationales Ansehen war, belegt die Tatsache, dass der legendäre Sir Stanley Matthews den Deutschen unbedingt bei seinem Abschiedsspiel dabeihaben wollte. Auch in die Europa- und Weltauswahl wurde Schnellinger berufen. 1974 kehrte er für ein kurzes Intermezzo bei Aufsteiger Tennis Borussia Berlin nach Deutschland zurück, konnte den Abstieg der „Veilchen“ aber nicht verhindern. Nach nur einem Jahr zog es ihn wieder in seine Wahlheimat Mailand zurück. In Segrate, unweit der lombardischen Metropole lebte der Vater dreier Töchter gemeinsam mit Ehefrau Ursula. Nach seiner aktiven Laufbahn arbeitete Karl-Heinz Schnellinger als PR-Chef für ein französisch-italienisches Lebensmittelunternehmen. Über das Geschehen beim FC hielt er sich über die Medien, persönliche Kontakte und gelegentliche Besuche stets auf dem Laufenden. Für sein Auftreten in vielen internationalen Begegnungen, aber auch für sein Wirken in Italien erhielt er im Mai 2016 den Ehrenpreis „Deutscher Fußball Botschafter“. 2022 folgte die Aufnahme in die „Hall of Fame“ der unvergessenen FC-Helden.

Karl-Heinz Schnellinger

Geboren: 31.03.1939 in Düren

Verstorben: 21.05.2024 in Mailand/Italien

FC-Pflichtspiele: 178

Tore: 11

FC-Freundschaftsspiele: 31

Tore: 0

Total

Spiele: 209

Tore: 11

Erfolge beim 1. FC Köln

Deutscher Meister 1962

Westdeutscher Meister 1960, 1961, 1962, 1963

Deutscher Vizemeister 1960, 1963

Westdeutscher Vizepokalsieger 1960

Westdeutscher Vizemeister 1959

Fußballer des Jahres in Deutschland 1962

Laufbahn als Spieler

7/1951-6/1957 SG Düren 99 (Jugend)

7/1957-7/1958 SG Düren 99

8/1958-6/1963 1. FC Köln

7/1963-6/1964 AC Mantova (Italien)

7/1964-6/1965 AS Rom (Italien)

7/1965-6/1974 AC Mailand (Italien)

8/1974-6/1975 Tennis Borussia Berlin

Erfolge

Italienischer Meister 1968

Italienischer Pokalsieger 1967, 1972, 1973

Europapokalsieger der Pokalsieger 1968, 1973

Europapokalsieger der Landesmeister 1969

Italienischer Vizemeister 1969, 1971, 1972, 1973

Italienischer Pokal-Finalist 1968, 1971

Finalist Europapokal der Pokalsieger 1974

Finalist UEFA-Super-Cup 1973

Intercontinental-Cup-Sieger 1969

Weltpokalsieger 1969

47 A-Länderspiele/1 Tor für Deutschland (davon 24/0 für den 1. FC Köln) (1958-1971)

1 Amateurländerspiel/0 Tore für Deutschland (1957)

4 Juniorenländerspiele/0 Tore für Deutschland (1957)

Internationale Erfoge

Vizeweltmeister 1966

WM-Teilnehmer 1958 (Schweden), 1962 (Chile), 1966 (England), 1970 (Mexiko)

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